38.107.179.221 Leitlinien Pädiatrie: Vorwort

Vorwort

Die Erstellung medizinischer Leitlinien war primär eine Forderung der Politik an die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), gewissermaßen als Baustein eines umfassenden Qualitätssicherungssystems.

Die AWMF hat konsequenterweise ihre Mitgliedervereinigungen aufgefordert, Leitlinien ärztlichen Handelns zu entwerfen, und für die Inhalte ein gewisses Ordnungsschema entworfen. In nahezu allen medizinischen Fachdisziplinen sind Leitlinien seitdem Gegenstand kontroverser Diskussionen. Nutzen und Gefahren werden unterschiedlich eingeschätzt.

Dabei beruht diese Diskussion teils auf einer gewissen Unkenntnis der Definition, teils aber auch auf einer unterschiedlichen Interpretation des Begriffes Leitlinien, Letzteres vor allem unter Juristen.

Eine von der WHO formulierte Definition (WHO-Tagung Velen/Westfalen 1997) lautet:

„Leitlinien sind systematisch entwickelte Feststellungen (Statements), um die Entscheidungen von Kliniken und Patienten über angemessene Gesundheitsversorgung für klinische Umstände (Situations) zu unterstützen."

Diese Formulierung zeigt, dass Leitlinien keine exakten Grenzen, sondern lediglich einen Rahmen definieren.

Unabhängig von der vor allem juristisch geprägten Diskussion über den Rechtscharakter von Leitlinien im Bereich des ärztlichen Haftungsrechtes lässt sich konstatieren, dass

Um die pädiatrischen Leitlinien auf eine möglichst breite Basis zu stellen, hat die Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (DGKJ) eine Leitlinien-Kommission gebildet, die zusammen mit dem Verlag Urban & Fischer inhaltliche Kriterien entworfen hat, nach denen zunächst Leitlinien auf S1-Niveau erstellt werden konnten. Nachdem nahezu von allen Subgesellschaften und Arbeitsgemeinschaften nach diesen Kriterien Leitlinien, allerdings bei zum Teil unterschiedlichen Konsensusfindungen, erstellt wurden, sollen in den nächsten Jahren die Leitlinien im Rahmen der Überarbeitung auf ein S2-Niveau, einzeln ausgewählte auch auf S3-Niveau angehoben werden.

Ohne die redaktionelle Mitarbeit von Frau B. Kusser, München, wäre die Fertigstellung dieses Bandes nie möglich gewesen. Ihr, aber auch dem Verlag, allen voran dem medizinischen Lektorat möchten wir an dieser Stelle für die stets erfreuliche Zusammenarbeit danken.

Das vorliegende Manual ist Ausdruck einer vielfältigen aktiven Kinderheilkunde in Deutschland. Bei der Mitarbeit von über 225 Autoren können hier und da Abstimmungsprobleme nicht ausbleiben. Um diese abzustellen, sind Kritik und Anregungen stets willkommen.

Für die Herausgeber Prof. Dr. med. D. Reinhardt München, im Sommer 2003

Für den Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin Prof. Dr. med. E. Harms Münster, im Sommer 2003