A7 Down-Syndrom, Morbus Langdon-Down, Trisomie-21-Syndrom (Mongolismus, Mongoloidismus)
L. M. Neumann, J. Kunze

Stand: Januar 2002

ICD-10-Nummer: Q 90,9

DEFINITION UND BASISINFORMATION

Es handelt sich um ein Fehlbildungssyndrom mit Oligophrenie und sehr charakteristischem Erscheinungsbild, das bereits 1866 von dem englischen Kinderarzt Langdon-Down ausführlich beschrieben wurde. 1959 wies Jerome Lejeune die Trisomie 21 als erste chromosomale numerische Aberration nach. Die Trisomie 21 entsteht durch Nondisjunction (nicht Auseinanderweichen homologer Chromosomen) während einer mitotischen oder meiotischen (meist Meiose I) Kernteilung oder über eine Robertson-Translokation. Die Ursache für die Nondisjunction bzw. Translokation sowie der Zusammenhang der Merkmalsausbildung mit der Trisomie 21 ist noch unklar. Das Down-Syndrom kommt bei 1:650 Geburten vor.

LEITSYMPTOME

Typischer Phänotyp, geistige Retardierung, Herzfehler, Minderwuchs.

DIAGNOSTIK

Folgende Kriterien gelten als diagnostische Hinweise

Diagnostische Sicherung des klinischen Verdachtes

Bewertung einzelner diagnostischer Verfahren

Endgültige Diagnose erbringt die Chromosomenanalyse aus Lymphozyten, im Zweifelsfall aus Hautfibroblasten.

Ausschlußdiagnostik

Eine weitere Diagnostik ist nicht erforderlich, da die Chromosomenanalyse eindeutige Ergebnisse liefert.

Nachweisdiagnostik

Ausschließlich Chromosomenanalyse.

Hinweise, wer welche diagnostischen Prozeduren ausführen soll

Als Neugeborenes: Kinderkardiologische Untersuchung; Schilddrüsenfunktionsuntersuchung T3, T4, TSH mit 12 Monaten, dann jährliche Kontrollen; während des Kindes- und Jugendalters jährliche HNO-, zahn- und augenärztliche Untersuchungen, Refraktionsbestimmung ab ca. 4. Lebensjahr; genetische Beratung insbesondere bei weiterem Kinderwunsch. Untersuchungen durch: Pädiater, Klinische Genetiker, Orthopäden, Endokrinologen, Augenärzte, HNO-Ärzte, ambulant.

THERAPIE

Symptomatische Behandlung

Krankengymnastik bei muskulärer Hypotonie, orthopädische Betreuung bei Hüftluxation, atlantookzipitaler Instabilität sowie bei anderweitiger Gelenkinstabilität, Brillenversorgung, Frühförderung (Ergotherapie, Logopädie), Zahnpflege (Tendenz zu Karies bei mangelnder Pflege), Infektionsschutz, orofaciale Regulationstherapie nach Castillo-Moralis bei vorstehender Zunge und fehlendem Mundschluß, in manchen Fällen sind Hörhilfen erforderlich.

Medikamentöse Therapiemaßnahmen

Gegebenenfalls Schilddrüsenhormonsubstitution.

Chirurgische Therapiemaßnahmen

Eventuelle Operation bei Vorliegen von Herzfehler oder gastrointestinalen Fehlbildungen, selten bei atlantookzipitaler Instabilität.

Therapiedurchführung

Pädiater, Orthopäden, Endokrinologen, Augenärzte, HNO-Ärzte.

BETREUUNG

LITERATUR
  1. Schinzel A (1996) in Leiber: Die klinischen Syndrome (eds. G. Adler, G. Burg, J. Kunze, D. Pongratz, A. Schinzel, J. Spranger), S. 211-212. Urban & Schwarzenberg Verlag, München-Wien-Baltimore.
  2. Wiedemann H-R, J Kunze (2001): Atlas der klinischen Syndrome. 5. Auflage. Schattauer Verlag Stuttgart-New York, 58-61.
  3. Commitee on Genetics (2001): Health Supervision for Children with Down Syndrome Pediatrics 107, 442-449.